Einsatz für Ross und Reiter
Die Freiwillige Feuerwehr trainiert die Bergung von Großtieren
In einer Gemeinde wie Hoppegarten, in der sich alles um Pferde dreht, gehört das Wiehern quasi zum guten Ton. Doch was passiert, wenn ein Pferd im Graben landet oder im Anhänger stürzt? Um genau darauf vorbereitet zu sein, haben Kameraden aus mehreren Feuerwehren der Region in Hönow einen besonderen Trainingstag eingelegt. Mit dabei: „Pedro“, ein 250 Kilogramm schwerer Dummy, der es den Rettern nicht gerade leicht gemacht hat.
Unter der Anleitung von Profi-Trainerin Nora Hoffmann und ihrer Kollegin Bianca Brehm lernten die Feuerwehrleute, dass bei der Rettung von Großtieren Köpfchen statt roher Gewalt gefragt ist. Das ist in unserer Gegend bitter nötig: Allein in Münchehofe und Dahlwitz-Hoppegarten sind rund 600 Pferde gemeldet. Sebastian Rothe aus der Gemeindeverwaltung weiß, dass es immer wieder zu brenzligen Situationen kommt – erst kürzlich musste ein Pferd aus einem Rieselfeld befreit werden.
Der Übungstag war alles andere als trocken. Dummy „Pedro“ sorgte für reichlich Arbeit: Er „verfing“ sich an Betonrohren, rutschte in Gräben oder verkeilte sich an Parkbänken. Die Kameraden, aufgeteilt in die Gruppen „Kopf“ und „Hintern“, mussten mit speziellen Gurten und Stangen zeigen, wie man ein schweres Tier sicher bewegt. Mit dabei war auch Tierärztin Dr. Silvia Kühnel. Sie erklärte, worauf es ankommt, damit das Tier ruhig bleibt und die Helfer nicht durch Huftritte in Gefahr geraten.
Besonders spannend wurde es beim Training am Pferdeanhänger. Hier konnte Kenisha Pohl von der Feuerwehr aus eigener Erfahrung berichten. Als Reiterin weiß sie genau, wie hektisch es wird, wenn ein Pferd im Hänger die Balance verliert. Zum Finale kam sogar die Drehleiter zum Einsatz, um zu zeigen, wie ein Tier sanft in die Luft gehoben werden kann.
Trotz der harten Arbeit kam der Spaß nicht zu kurz. In der Mittagspause gab es zur Stärkung panierten Leberkäse mit Kartoffelsalat – eine Stärkung, die nach dem harten Einsatz am Dummy sichtlich genossen wurde.
Am Ende des langen Tages, der für die Trainerinnen erst gegen 20 Uhr mit der Heimreise endete, gab es viel Lob für die Hoppegartener Truppe. Die Feuerwehrleute sind sich einig: Das war eine Ausbildung, die im Gedächtnis bleibt. Einige schickten sogar noch begeisterte Nachrichten hinterher und hoffen, dass Nora Hoffmann in ein paar Jahren für eine Nachschulung wieder vorbeischaut. Denn eines ist klar: In der Rennbahngemeinde ist man nun noch besser für den Ernstfall gerüstet.
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