Nachruf: Friedemann Höcker verstorben

Am 4. Dezember verstarb Friedemann Höcker im Alter von 88 Jahren. Geboren am 13. Juli 1937 in Görlitz, erlebte er als Fünfjähriger das Bombardement von Dresden – ein Ereignis, das seinen lebenslangen Einsatz für Frieden und Verständigung begründete.
Nach dem Abitur an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät mit Auszeichnung studierte er Außenpolitik an der Deutschen Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft „Walter Ulbricht“. Seine diplomatische Laufbahn führte ihn nach Prag (1964-65), in die Niederlande (1968-73), nach Moskau (1974/75), Spanien (1978-81) und Frankreich, wo er von 1987 bis 1991 als stellvertretender Botschafter in Paris die Abwicklung der DDR-Botschaft nach der Wende verantwortete.
Weil er sich nie verbog und stets zu seinen Werten stand, eröffnete sich ihm auch nach 1990 eine neue Perspektive: Von 1993 bis 1999 leitete er das Deutsch-Russische Haus in Kaliningrad und wirkte als Brückenbauer zwischen den Kulturen. Für dieses Engagement wurde ihm 1997 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
Seit 1973 lebte er mit seiner Frau Ursula in Birkenstein, wo beide auch im Ruhestand kulturell aktiv blieben und Konzerte des Kaliningrader Sinfonieorchesters organisierten – 2017 wurden sie dafür geehrt.
Er hinterlässt seine Ehefrau Ursula, mit der er über 60 Jahre verheiratet war, seine Kinder Anne und Martin, die Enkel Sebastian und Jannis sowie Urenkel Leonard.
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