Muss die Bibliothek schließen?

Plakat der Gemeindebibliothek Hoppegarten Foto: Pro Hoppegarten

Kündigungen der Mitarbeiterinnen führen zu einem Personalengpass

In der Gemeindebibliothek Hoppegarten herrscht zum Jahresende große Sorge um die Zukunft des Hauses. Zwei der insgesamt vier Mitarbeiterinnen haben gekündigt – darunter auch Bibliotheksleiterin Sandra Butte. Damit verliert die Einrichtung nicht nur die Hälfte ihres Teams, sondern auch einen Großteil der personellen Basis, auf der das vielfältige Bildungs- und Veranstaltungsangebot bislang ruhte. Eine schnelle Nachbesetzung der Stellen ist derzeit jedoch nicht möglich, wie Butte betont. Da müssen Politik und Verwaltung erst die notwendigen Voraussetzungen schaffen.
Die Folgen sind bereits jetzt weitreichend. Sämtliche Kooperationsverträge mit Kitas und Schulen mussten ruhend gestellt werden. Damit entfallen vorerst die Leseförderprogramme, regelmäßige Klassenführungen und das Vorschulprojekt „Lesefuchs“, das Kindern spielerisch den Zugang zu Büchern eröffnete. Auch das Märchenkino sowie Bastel- und Spielenachmittage stehen auf der Kippe.
„Wir können das in dieser Form einfach nicht mehr leisten“, sagt Sandra Butte. „Das Team schrumpft auf eineinhalb Stellen, die Arbeitslast bleibt aber dieselbe.“
Besonders bitter: Die Bibliothek war nach ihrem Umzug 2020 ein echtes Erfolgsmodell. Mit rund 1.200 aktiven Nutzern hat sie sich als lebendiger Ort der Begegnung und des Lernens für alle Generationen etabliert. Viele Eltern und Schulen äußerten in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung ihre Sorge und appellierten an die Verantwortlichen, die Stellen zügig nachzubesetzen.
Butte selbst warnt davor, das bisher Erreichte leichtfertig aufs Spiel zu setzen. „Wenn wir die Bibliothek personell ausbluten lassen, verlieren wir mehr als nur einen Ort für Bücher. Wir verlieren einen Bildungs- und Begegnungsraum, der für viele Kinder das Tor zur Welt des Lesens ist.“
Derzeit versucht das Bibliotheks-Team, den Betrieb mit eingeschränkten Öffnungszeiten und ehrenamtlicher Unterstützung aufrechtzuerhalten. Doch ohne neues Personal wird der Fortbestand auf Dauer kaum gesichert sein.
Zur Rettung der Bibliotheken in Hoppegarten läuft bis zum 31. Dezember eine Petition auf openPetition.de unter dem Link: openpetition.de/!bibliotheken

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