Inklusion als sportliche Erfahrung
Das Inklusionsmobil aus Köln war Ende Februar in der Sporthalle der Lenné Schule zu Gast
In der Turnhalle der Lenné Schule herrschte am 25. Februar eine besondere Dynamik. Wo sonst Schulsport stattfindet, bestimmten an diesem Tag das Klicken von Rollstühlen und konzentrierte Stille das Geschehen. Auf Einladung der Lehrerin Sandra Tenbusch war das Inklusionsmobil aus Köln zu Gast, um Schülern einer fünften und sechsten Klasse die Bedeutung von sportlicher Teilhabe praktisch zu vermitteln.
Das Projekt, welches vom Deutschen Behindertensportverband, der Aktion Mensch und REWE getragen wird, setzt auf direkte Erfahrung. Ein zentrales Element war dabei ein Rollstuhlparcours. Hier lernten die Jugendlichen, welche Geschicklichkeit notwendig ist, um sich auf Rädern sicher fortzubewegen. Ergänzt wurde das Programm durch einen Blinden-Parcours: Mit blickdichten Brillen mussten sich die Teilnehmer durch ein Seilgeflecht tasten. Diese Übung schärfte die Sinne für die Herausforderungen von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.
Ein Höhepunkt war die Anwesenheit von Oleksandr Pakhomov. Der ukrainische Para-Diskuswerfer unterstützte die Kinder und gab Einblicke in seine Lebensgeschichte. Pakhomov ist seit einem Unfall 2016 gelähmt und fand über den Parasport zurück in ein aktives Leben. Als
13-facher ukrainischer Meister trainiert er nach seiner Flucht aus Luhansk für die Teilnahme an den Paralympics.
Barrieren im Kopf abbauen
Zum Abschluss stand Rollstuhlbasketball auf dem Plan – eine Sportart, die zeigt, wie Menschen mit und ohne Einschränkungen gemeinsam agieren können. Laut Josina Anraad vom Inklusionsmobil ist das Ziel der Abbau von Berührungsängsten. Da Kinder in ihrem Denken noch sehr offen sind, könne man hier frühzeitig Barrieren entgegenwirken, die oft erst durch gesellschaftliche Sozialisierung entstehen. Die Schule plant, die Eindrücke künftig verstärkt in den Unterricht zu integrieren. Inklusion gelingt dann am besten, wenn sie aktiv erlebt wird.
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