Blühwiesen entstehen in Hoppegarten

Das Anlegen der Blühwiese in Dahlwitz-Hoppegarten Foto: Pro Hoppegarten

Pünktlich zum Frühlingsanfang hat sich in Hoppegarten etwas getan. Der Beschluss der Gemeindevertreter vom 10.02.2020 zum Beitritt der Gemeinde zur Initiative „Kommunen für biologische Vielfalt“ ist nicht mehr nur Lippenbekenntnis. Die Verwaltung hat sich für zwei zentral gelegene, bisher intensiv gemähte Grünflächen entschieden, auf denen artenreiche Wiesen einheimischer Wildblumen angelegt werden. Diese sollen mehr Lebensraum und Nahrung für gefährdete Tierarten wie Insekten und Vögel bieten. Der Platz vor dem Friedhof in Dahlwitz und die kleine Freifläche im alten Dorfkern in Hönow sollen als Referenzflächen dienen, um Bewohnern und Gästen der Gemeinde Anregung zur Erhöhung der biologischen Vielfalt zu geben. Durch die Gemeindeverwaltung wurde regionaltypisches Saatgut für Wildblumen beschafft und eine Fachfirma mit der Vorbereitung des Saatbettes sowie der Aussaat beauftragt. Bei der notwendigen Pflege im ersten Jahr wird die Gemeinde vom NABU unterstützt.
Blühwiesen werden nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht. Dadurch können sich über die Jahre Pflanzengemeinschaften mit wechselnden Blühaspekten entwickeln und Samen bilden sowie die Ansiedlung von Insekten u. a. Tieren fördern.
Zur deutlichen Erhöhung der biologischen Vielfalt ist die Anlage weiterer Wildblumenwiesen im Biotopverbund erforderlich, wozu sich weitere Grünflächen der Gemeinde anbieten. Bisher überwiegt jedoch oft noch die Vorstellung, dass nur intensiv und kurz gemähte Rasenflächen ein „ordentliches“ Bild abgeben. Dieser auch als „deutscher Einheitsrasen“ bezeichnete Grünlandtyp weist aber die geringste biologische Vielfalt auf. Weiterhin ist auf solchen Flächen wegen der zunehmenden trocken-heißen Phasen im Sommer oft kaum noch grüner Rasen erkennbar. Bei guter Kommunikation kann vielleicht bei jenen Bürgern, incl. einiger Gemeindevertreter, die bisher das bis zu sechsmalige Mähen der innerörtlichen Flächen einforderten, ein Umdenken einsetzen. Bei reduzierter Mahd ließen sich damit auch Kosten sparen.
Das Interesse vieler Hoppegartener wächst, etwas gegen das Insektensterben zu tun. Bisher haben sich schon einige mit konkreten Vorschlägen an die Gemeinde gewandt, freie Flächen vor ihren Grundstücken insektenfreundlich zu gestalten. Diese Eigeninitiativen fanden jedoch weder im Hauptausschuss noch im Ortsbeirat Befürworter, stießen dort eher auf Ablehnung und sind daher meist „im Sande“ verlaufen. Manche Bürger haben einfach nicht lange gefragt wie zum Beispiel am Grünzug in Hönow. Hier wurde eine geeignete Fläche mit Blumensamen angesät und die Pflege übernommen. Leider ist nicht für jeden erkennbar, was da Besonderes wächst. Es wäre hilfreich, entsprechende Hinweisschilder aufzustellen. Sicher kann nicht jeder die Fläche vor seinem Grundstück nach eigenem Ermessen behandeln. Hier ist eine Festlegung von Regeln zur Anlage, Ansaat und Pflege solcher Grünflächen mit einheimischen Arten regionaler Herkunft unter Berücksichtigung der Standorteigenschaften und des Klimawandels erforderlich.
In angrenzenden Gemeinden ist man da schon entschieden weiter. In Neuenhagen und Fredersdorf-Vogelsdorf gibt es die Schilder schon längst. Dort ist man froh über Bürgerinitiativen zur Gestaltung von Blühstreifen vor den Grundstücken. Es gibt sogar kostenlos Samen zum Abholen. Lasst uns gemeinsam die gemachten Erfahrungen aufgreifen, ausprobieren und Hoppegarten auf den Weg zur Kommune für biologische Vielfalt bringen.

NABU Hoppegarten
Petra und Thomas Kalettka Doris Storch

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