Einheit verlangt Haltung
Hoppegarten feiert den 3. Oktober mit Arche-Gründer Bernd Siggelkow
Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit versammelten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Ehrengäste im vollbesetzten Gemeindesaal von Hoppegarten. Bürgermeister Sven Siebert begrüßte die Anwesenden herzlich zu diesem Festakt. Neben lokalen Vertretern aus Politik und Ehrenamt prägten vor allem die internationalen Gäste das Bild: Delegationen aus den Partnergemeinden Iffezheim und dem polnischen Rzepin unterstrichen den verbindenden Charakter der Feierlichkeiten. Die stellvertretende Bürgermeisterin aus Rzepin überbrachte die besten Wünsche ihrer Heimatgemeinde und betonte die Bedeutung von Freundschaft, Frieden und Vertrauen über Grenzen hinweg.
Den Mittelpunkt der Feierstunde bildete die Festrede von Bernd Siggelkow, dem Gründer des Kinder- und Jugendwerks „Die Arche“. Mit dem Handmikrofon nutzte er dynamisch den Raum und sprach das Publikum direkt an. Mit einer Mischung aus Nachdenklichkeit und humorvollen Alltagsgeschichten schlug er den Bogen von der Wiedervereinigung zu heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen.
Einleitend schilderte er die Begegnung mit einem Mädchen aus seiner Einrichtung, um auf das Missverständnis politischer Ränder einzugehen. Im Gespräch mit Kindern erlebe er oft ein starkes Denken in Extremen: „Für sie gibt es nur links und rechts.“ Er warnte vor einer Spaltung der Gesellschaft und plädierte nachdrücklich für eine starke demokratische Mitte.
Mit Blick auf die friedliche Revolution erinnerte er an den damaligen Aufbruchsgeist und rief dazu auf, die gewonnene Freiheit aktiv zu leben. Einheit bedeutet stets auch persönliche Verantwortung: „Wir haben diese Verantwortung – gesellschaftliche Verantwortung. Sie haben diese Verantwortung, ich habe diese Verantwortung.“ Zudem würdigte er den unersetzlichen Einsatz der Ehrenamtlichen im Land.
Auch persönliche Überzeugungen sparte der Arche-Gründer nicht aus. Sein christlicher Glaube gebe ihm im Alltag das Fundament: „Ich bin Christ, und das ist auch gut so. Denn ohne dieses Fundament würde ich nicht das sein können, was ich bin.“ Zum Abschluss sprach er Mut zu, nicht in Resignation zu verfallen, sondern die Zukunft aktiv mitzugestalten. Die Zuhörer belohnten den Vortrag mit viel Applaus.
Feierlich umrahmt wurde das Programm durch die Nationalhymne sowie Klaviermusik von Wilhelm Müller, Bundespreisträger von „Jugend musiziert“. Er begeisterte die Anwesenden mit Werken von Ravel und Kapustin. Nach dem offiziellen Teil bot ein Sektempfang den passenden Rahmen für persönliche Gespräche.