Mit Wasserfontänen begrüßt

Endlich da: das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 der Ortswehr Dahlwitz-Hoppegarten. Mit einem besonderen Empfang wurde das Gefährt in Betrieb genommen. Etwa 500.000 Euro hat das Sonderfahrzeug gekostet. Dafür ist alles auf dem aktuellen Stand der Technik. Den Kameraden stehen nun mehr und bessere Mittel als vorher bei ihren Einsätzen zur Verfügung. „Das Geld ist gut für die Sicherheit der Hoppegartener angelegt“, sagte Bürgermeister Sven Siebert bei der Übergabe.

Das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug für die Feuerwehr Dahlwitz-Hoppegarten ist da

Voll mit Technik bis unters Dach: Thomas Siegel erklärt den Aufbau.

Mit Wasserfontänen nahm die Freiwillige Feuerwehr Dahlwitz-Hoppegarten am 31. Mai das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 (HLF 20) in Empfang.
Beinahe wäre der besondere Moment für die meisten Kameraden ins Wasser gefallen. Einen Brand in einem Mehrfamilienhaus in Hönow meldete eine Alarmierung. Auf halber Strecke konnten die Einsatzkräfte kehrtmachen, auf dem Herd war ein Topf nebst Inhalt unbeobachtet angebrannt.
Natürlich erstrahlt das neue Stück im klassischen Feuerwehrrot, doch eine Besonderheit gibt es trotzdem. „Wir wollten das neue HLF mit der farblichen Gestaltung besonders auffällig im Verkehr machen. So sind die Geräteabdeckungen ebenfalls rot lackiert, die sonst in Grau gehalten sind, und mit weißer Schrift und auffälligen Streifen abgesetzt“, erklärt Ortswehrführer Ronny Grützke.
Zusammen mit einigen Kameraden hatte er das neue Fahrzeug in Luckenwalde abgeholt. „Da brummt einem schon ordentlich der Kopf. Um 8 Uhr waren wir dort und über acht Stunden wurden uns alle Einzelheiten der Kfz- und der Gerätetechnik erklärt“, berichtet Maschinist und Gerätewart Thomas Siegel.
„Da würden sich auch einige Berufsfeuerwehren die Finger danach lecken“, sagt ein Betrachter genau in dem Moment, als Siegel die Heckklappe öffnet. Das Bedienfeld der Pumpe ist vollelektronisch und in ein modernes Design integriert. Sollte die Elektronik mal schlappmachen, dann stehen noch Betätigungsmöglichkeiten per Druckluft oder Mechanik zur Verfügung. „3500 Liter schafft die Pumpe“, erklärt Siegel. Auf die Nachfrage, ob in der Stunde, lacht Grützke und erklärt: „In der Minute. Sonst würden wir kaum einen Brand löschen können.“ 2000 Liter fasst der Wassertank des Fahrzeuges. Zusätzlich verfügt das HLF über einen Wasserwerfer auf dem Führerhaus. Der wird in bestimmten Situationen zum Schutz vor dem Übergreifen von Bränden angewendet.
Neu sind Trittmöglichkeiten in den beiden seitlichen Gerätebereichen. „Da kann man einfach durchlaufen, ohne auf- und abzusteigen. Das spart wichtige Sekunden“, erklärt Siegel. So kann er blitzschnell von den verschiedenen Hebekissen zum Bewegen von schweren Gegenständen zu den Schneidgeräten und dem Blechaufreißer wechseln. Die Hydraulikschere ist vom alten Fahrzeug übernommen. „So einige Dinge, die noch gut zu gebrauchen sind, haben wir mitgenommen“, erklärt Siegel.
Neu sind ein Bergungsgerät bei Unfällen mit Schienenfahrzeugen und eine Rettungsplattform. Begeistert sind die Dahlwitzer Kameraden auch für einen schwenkbaren Sanitärbereich. Da stehen Wasser, Behälter für Seife und Desinfektionsmittel sowie Luftdruck zum Trocknen für die schnelle Benutzung zur Verfügung.

Standesgemäß begrüßt: Mit Wasserfontänen nahmen die Kameraden ihr neues Fahrzeug in Empfang. Fotos (3): Pro Hoppegarten


Trotz aller Technik fehlt eine herkömmliche Kübelspritze nicht. „Für kleine Sachen bietet sich das an. So ein Gerät kann man einfach mit Wasser nachfüllen, während man einen Feuerlöscher nach jedem Gebrauch zur Wartung einschicken muss“, erklärt Siegel.
Die Mehrzweckleiter auf dem Dach kann jetzt ganz unkompliziert mit einer speziellen Mechanik bis auf zwölf Meter ausgefahren werden. Ebenso der Lichtmast, der mit ultrahellen LED-Strahlern ausgestattet ist und drei Meter über dem Fahrzeugdach für gute Beleuchtung sorgt.
Strom liefert das eigene Aggregat, das nicht mehr per Starterleine angeworfen werden muss, sondern auf Knopfdruck sofort reagiert. Ebenso verhält es sich beim großen Ventilator zur Belüftung verqualmter Räume. Der wird ebenfalls per Schalter aktiviert und läuft im Gegensatz zu bisherigen Geräten mit Strom.
Auch an eine Seilwinde mit Nutzlänge von 50 Metern ist gedacht. Die unterstützt bei der Bergung schwerer Gegenstände. Dazu kommen jede Menge Geräte und Werkzeuge auf dem aktuellen Stand der Technik, die die in die Jahre gekommenen Vorgänger auf dem alten HLF 16 ersetzen.
Acht Kameraden plus Fahrer finden Platz im Führerhaus. Atemschutzgeräte stehen schnell erreichbar zur Verfügung. „Endlich ist auch eine Klimaanlage eingebaut“, erwähnt Siegel. In voller Montur kann es auf dem Weg zum Einsatz bei sommerlichen Temperaturen sonst zur Tortur werden.
„Für 500.000 Euro darf man schon eine gewisse Qualität erwarten. Die ist auch notwendig, wenn in lebensbedrohlichen Situationen schnelles Handeln notwendig ist“, sagt Grützke. Jetzt heißt es für ihn und seine etwa 50 Einsatzkräfte, dass viel Ausbildung vonnöten ist. So für die Bedienung der neuen Gerätschaften und um deren Platz im neuen Fahrzeug genau zu kennen.

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