Neues aus dem Erpetal

Zu den am meisten besuchten Erholungsgebieten in unserer Gemeinde gehört das Naturschutzgebiet Erpetal. Wo sich zwischen der Heidemühle und der Ravensteiner Mühle das eiszeitliche Wiesental weitet, liegt ein Schwerpunkt der ehrenamtlichen Arbeit des gemeinnützigen Vereins NABU-Hoppegarten. Wie überall ergeben sich auch hier Veränderungen im Kreislauf der Natur, auf die die Naturfreunde bemüht sind, angemessen zu reagieren. Was gibt es für Entwicklungen im vielbesuchten Naturschutzgebiet und was tun die Aktivisten des NABU im Zusammenspiel mit der Gemeindeverwaltung und anderen verantwortlichen Körperschaften?

  • BESIEDELT hat unser Erpetal der noch vor wenigen Dekaden vom Aussterben bedrohte BIBER. In den Flussabschnitten unserer Nachbarn in Friedrichshagen/Hirschgarten sowie in Neuenhagen befinden sich schon einige Jahre die Behausungen ganzer Biberfamilien. Nun sind Fraßspuren an zahlreichen Bäumen zwischen Heidemühle und der Ravensteiner Mühle nicht zu übersehen. Wir lassen die unter Schutz stehenden Tiere gewähren.
  • BESCHNITTEN werden im Zweijahresrhythmus die Kopfweiden an den Gewässerrändern. Sie bieten idealen Lebensraum, u.a. für verschiedene Singvögel, die dort ihre Jungen aufziehen. Insekten fühlen sich in dem feuchtwarmen Biotop wohl. Durch Bekanntgabe des Termins in den sozialen Medien nahmen auch Naturfreunde aus benachbarten Gemeinden und Berlin an der Aktion Anfang Dezember teil.
  • BEDECKT mit Betondielen wurden die über 30 Jahre alten Wasserkästen an den Randgräben. Auf die mit den offenen Wasserbauwerken verbundenen Unfallgefahren hatten mehrere Bürger hingewiesen. Der NABU wandte sich an die Gemeindeverwaltung, die das Problem ernst nahm und entsprechende Maßnahmen ergriff.
  • BESCHMIERT und beschädigt werden immer wieder Schilder und die Spielgeräte entlang des ca. 3 km langen Naturlehrpfades im Erpetal. Mitglieder der NABU-Gruppe mussten wiederholt in mühevoller (Hand-)Arbeit Graffiti-Schmierereien entfernen. Die Gemeinde gab die Neuanfertigung einer entwendeten Schautafel zur Geschichte der Erpe in Auftrag.
  • BEFALLEN sind Teile des Mischwaldes im Naturschutzgebiet mit eingewanderten Pflanzen, die unsere heimischen Arten verdrängen, wenn der Mensch nicht regulierend eingreift. Nach erfolgter Genehmigung durch die Naturschutzbehörde wurde bei einem Arbeitseinsatz der invasiven spätblühenden Traubenkirsche und dem Eschenahorn zu Leibe gerückt.

Für das neue Jahr gibt es große Pläne. Im Zusammenspiel mit den Pächtern der Erpewiesen soll die Wiesemahd auf zweimal im Jahr reduziert werden. Das Ziel, damit wieder Bodenbrütern, wie der unter Schutz stehende Feldlerche, eine Chance zu geben, kann nur verwirklicht werden, wenn sich unsere Hundebesitzer an den im NSG generell bestehenden Leinenzwang halten. In einem anderen Bereich wird die Rückkehr der Schafe mit einer kooperierenden Schäferei vorbereitet.

Alles in allem genug Gründe, sich wieder einmal im Erpetal umzuschauen.

Klaus Manthe, NABU-Hoppegarten e.V.

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