Gespräch mit Christian Arndt

Pro Hoppegarten im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Christian Arndt, über das angelaufene 2018 und die Erwartungen an das neue Jahr.

Christian Arndt

Was wird aus politischer Sicht aus dem Hoppegartener Jahr 2018 in Erinnerung bleiben?

Positiv in Erinnerung: Unser Schulneubau geht voran. Wenn man die tatsächliche Größe des Projektes betrachtet, schreitet der Bau sogar sehr geräuschlos und zügig voran. Das gesteckte Ziel, Start des Schulbetriebes im Februar 2020, erscheint im Augenblick sehr realistisch zu sein.

Sehr positiv in Erinnerung bleibt auch, dass das Engagement in Hoppegarten lebt. Es ist bunt und vielfältig, immer da.

Negativ in Erinnerung: Zwei Vorhaben erhitzten im abgelaufenen Jahr die Gemüter vieler Einwohnerinnen und Einwohner. Sie wurden zur Zerreißprobe in unserer Gemeinde. Zum einen spaltet ein gewerbliches Projekt einen ganzen Ortsteil (Münchehofe), zum anderen spaltete ein in Heidemühle geplantes Wohnbauprojekt die Gemeindevertretung.

Gerade im Fall Heidemühle war es mit viel Schwierigkeiten verbunden, an die notwendigen Informationen für eine Entscheidungsfindung zu gelangen. Hier hätte ich mir persönlich mehr Geradlinigkeit und Transparenz des Bürgermeisters gewünscht. Nun hat sich das Thema durch den Rückzug des „Investors“ von selbst erledigt. Das ist gut.

Das Projekt in Münchehofe wird uns auch in 2019 noch beschäftigen.

Die Sauberkeit in unserer Gemeinde, die Pflege des Straßenbegleitgrüns, der Grünflächen und Parkanlagen, die Reinigung unserer Straßen lässt leider viele Wünsche offen. Persönlich habe ich den Eindruck, dass unsere Gemeinde in den vergangenen Jahren zunehmend vermüllt und ungepflegt erscheint.

Und durch ganz gemeindeeigenen Projekte tragen wir noch dazu bei. Wenn man beispielsweise den Park, dieses missglückte Förderprojekt zwischen S-Bahnhof Hoppegarten und Rennbahn betrachtet, dann kann man schon traurig werden. Auch der durchaus schön gestaltete Spielplatz peppt das Bild nicht auf. Dieses „Tor zu Hoppegarten“ mag man nicht wirklich durchschreiten und ist kein Aushängeschild.

War es für Hoppegarten ein gutes Jahr?

Es war durchwachsen. Vor einigen Jahren haben wir nach großen Anstrengungen das Privileg erhalten, uns „familienfreundliche Gemeinde“ nennen zu dürfen. Ein gutes Jahr wird es für Hoppegarten, wenn wir uns wieder darauf besinnen. Wenn wir unsere Handlungen und Entscheidungen darauf ausrichten, dass unsere Gemeinde zuvorderst zu Hause und Heimat der Einwohnerinnen und Einwohner ist. Wenn wir uns auf den einst sehr grünen und erholsamen Charakter Hoppegartens besinnen und es im Vordergrund steht, den Freiraumverbund, die Landschafts- und Naturschutzgebiete zu erhalten, anstatt alles dem grenzenlosen Wachstum zu opfern. Wenn das einzige Tier, welches unsere Kinder und Enkel noch kennen, das blaue Beton-Pferd der tibetanischen Reiter vor der Gemeindeverwaltung ist, dann wird auch der letzte aufwachen.

Was werden im neuen Jahr die Herausforderungen für die Gemeinde sein?

Stark diskutiert werden die aktuellen Planungen des Globus-Frischemarktes an der B1. Die Diskussionen und Entscheidungen werden uns 2019 intensiv beschäftigen. Noch sind wir in einer frühen Planungsphase und eine Realisierung ist grundsätzlich davon abhängig, dass Hoppegarten Mittelzentrum wird. Wir wollen Mittelzentrum in Kooperation mit Neuenhagen sein. Dafür haben wir uns beworben und dafür sollten wir jetzt auch einstehen.

Das verpflichtet uns gleichzeitig, auf unseren Partner zuzugehen. Vor uns liegen noch viele Gespräche, um tatsächlich selbst zu einem verlässlichen Kooperationspartner zu werden; das, was wir auch von Neuenhagen erwarten. Damit wir gemeinsam im Interesse der Menschen unserer und der umliegenden Gemeinden Entscheidungen treffen und wirken können. Einen Alleingang Hoppegartens bei diesem Vorhaben halte ich für die denkbar schlechteste Alternative.

Herausfordernd werden natürlich auch die Vorhaben:   Erweiterung Lenné-Schule, Stärkung des Schulstandortes Hoppegarten durch  Einrichtung einer weiteren Oberschule in Hoppegarten mit Hilfe eines Freien Trägers,   Errichtung Feuerwehrgerätehaus Hönow,  Korrektur der Auswirkung der Bustaktverdichtung; hier der veränderten Streckenführung und der damit verbundenen Abbindung der jungen und älteren Menschen in der Siedlungserweiterung und die in 2019 anstehenden Kommunal- und Bürgermeisterwahlen.

Welche persönlichen Ziele oder Wünsche haben Sie für 2019?

Ich wünsche mir, dass wir nach den Kommunalwahlen eine Gemeindevertretung haben, die weise Entscheidungen trifft und dabei den ursprünglich grünen Charakter unserer Gemeinde und die familienfreundliche Seele Hoppegartens nicht aus den Augen verliert

Und ich wünsche mir, dass wir nach den Bürgermeisterwahlen eine Person im Rathaus haben, die sich mit ganzer Kraft auf das Wohl dieser Gemeinde konzentriert, die ansprechbar ist, transparent für jedermann arbeitet und das Wohl der Gemeinde immer als oberstes Ziel im Blick behält.

Und ich wünsche mir, dass Hoppegarten nicht nur die Vorzüge, sondern auch die Verantwortung als Mittelzentrum für alle umliegenden Gemeinden erkennt. Keine Alleingänge, sondern Kooperation.

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