Mehr Unterstützung gefordert – Hans-Jürgen Malirs ist seit zwei Jahren Behindertenbeauftragter in Hoppegarten

Hans-Jürgen Malirs Foto: privat

Zwei Jahre ist Hans-Jürgen Malirs nun als Behindertenbeauftragter in Hoppegarten tätig. Was in dieser Zeit erreicht wurde und was es noch zu tun gibt, dazu befragte ihn die Pro Hoppegarten.

Herr Malirs, zwei Jahre sind Sie nun im Amt als Behindertenbeauftragter. Welche Dinge haben Sie in dieser Zeit anpacken können?
Wir haben in Hoppegarten 3011 Menschen mit Behinderung. Es kommen aber noch 3339 Behinderte aus Neuenhagen dazu, Stand Ende 2016. Neuenhagen hat keinen Behindertenbeauftragten. Da beide Orte die gleiche Postleitzahl und das gleiche Telefonnetz haben, ist es nicht verwunderlich, dass immer wieder bei Hilfe und Unterstützungsanfragen viele der 6000 Menschen beim Behindertenbeauftragten der Gemeinde Hoppegarten landen.

Wo muss noch nachgebessert werden bzw. sind Teilerfolge erzielt worden?
Es konnten von mir in dieser Zeit 184 Hilfe- und Unterstützungsersuchen und Hinweise auf Barrieren bearbeitet werden. Dabei wurden Hilfen und Unterstützungen bei der Antragsstellung und bei Einspruchsverfahren der unterschiedlichsten Art von Menschen mit Behinderung – Antrag eines Schwerbehindertenausweises, blauer Europäischer Parkausweis für Behinderte, personenbezogener Parkplatz für Schwerbehinderte, Hilfen der unterschiedlichsten Art und so weiter – geleistet Hinweise auf Einschränkungen für Behinderte im öffentlichen und privaten Verkehrsraum wurden geprüft und gegebenenfalls für eine Beseitigung gesorgt. Die Abgabe einer schriftlichen Stellungnahme bei Straßenbaumaßnahmen wurde von mir jedoch abgelehnt, da ich weder dafür ausgebildet bin noch bisher irgendwelche Weiterbildungen auf diesem Gebiet angeboten werden konnten. Die Unterstützung hatte sich in diesen Fragen auf eine mündliche Besprechung mit den beteiligten Unternehmen beschränkt.
Bei der Planung unseres Kaiserbahnhofes am S-Bahnhof Hoppegarten konnten Fehler bei der Planung der Behindertentoilette durch meinen Einspruch vermieden werden. Auch bei der Gestaltung des Parks zwischen S-Bahn und der Rennbahn konnten auf Hinweis eines Mitbürgers aus Neuenhagen „staatlich geplante Behinderungen“ im letzten Moment noch durch meinen Einspruch verhindert werden.
Worauf liegt ihr Fokus in der kommenden Arbeit und gibt es konkrete Ziele für das Jahr 2018?
Mein Wunsch ist es nach wie vor eine Datei im Rahmen des Datenschutzes der Menschen mit Behinderungen in Hoppegarten aufzubauen, damit mir der direkte Kontakt zu den behinderten Menschen möglich ist, um Informationen und Hinweise unmittelbar an die Behinderten und ihre Angehörigen zu bringen. Mir ist zwar die Zahl der Menschen mit Behinderungen bekannt, auch welche Behinderungen vorliegen. Wer diese Menschen sind ist mir jedoch nicht bekannt. Nicht nur die rechtlichen Hürden des Datenschutzes sind dafür sehr hoch, auch die Unterstützung der Verwaltungen fehlt hier völlig. Lediglich der Bürgermeister Knobbe hat hier seine Unterstützung signalisiert.

Sie hatten einen Behindertenbeirat angeregt. Was ist daraus geworden?
Nachdem Herr Papritz aus gesundheitlichen Gründen nach sechs Monaten seine Unterstützung des Behindertenbeauftragten einstellen musste, hat es fast ein Jahr gedauert, bis ich in Frau Happel aus Hönow eine neue Unterstützungshilfe gefunden habe. Da ein Behindertenbeirat einen Personalbedarf zwischen drei und sechs Personen hat, habe ich meinen Wunsch auf Installierung eines Behindertenbeirates vorerst ad Acta gelegt.

Wenn Sie einen Wunsch für ihre Arbeit frei hätten, welcher wäre das?
Mehr Unterstützung durch die politischen Gremien und die Gemeindeverwaltung in Hoppegarten.

Hans-Jürgen Malirs, Birkenstraße 6, 15366 Hoppegarten, OT Hönow, Telefon 03342-420250 (Sprechzeiten arbeitstäglich von 9 bis 16 Uhr, außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet), Telefax 03342/4202511