Totholzhecke voller Leben – NABU-Gruppe baute die ersten beiden „Benjes-Hecken“ im Erpetal

Bei Wind und Wetter: Die fleißigen Helfer vor der fertigen Totholzhecke Foto: privat

Jedes Jahr aufs Neue, wenn die zuständige Aufsichtsbehörde des Kreises gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde und Naturschützern das NSG Erpetal inspiziert, bekommen die Verantwortlichen vor Ort es zu hören: „Alle Wege und Pfade innerhalb des Naturschutzgebietes sind mit Ausnahme des Europawanderwegs und des Naturlehrpfades nach dem Naturschutzgesetz illegal!“ – natürlich sehen das die Mehrzahl der Bürger anders. Das Erpetal eignet sich doch bestens zum Chillen, spazieren gehen und zur Naturbeobachtung – soll das jetzt verboten werden, so die entrüstete Entgegnung. Wenn da nicht die Hunde wären…
Aus dem „Gassi gehen“, ursprünglich mit dem Nebeneffekt der Körperertüchtigung für den Hundehalter hochgelobt, hat sich ein gewinnorientiertes Business abgespalten. So kann man täglich „Hundeherden“ von bis zu zwölf Tieren beobachten, die begleitet von zwei meist jungen Leuten, solange durch die Botanik streifen, bis auch das letzte Tier sein „Geschäft“ verrichtet hat.
Über diese Fragen, die Auswirkungen der Exkremente auf Flora und Fauna, diskutiert die NABU-Gruppe schon seit Jahren. Obwohl einige Mitglieder mit Kontrollbefugnis ausgestattet sind, würde man schon an der schieren Menge der zum großen Teil nicht angeleinten Vierbeiner bzw. an ihren selbstbewussten Besitzern und Betreuern scheitern. Wie, so die Frage, könnte man wenigstens die Zahl der Trampelpfade reduzieren, um einzelne Naturräume im Tal, wie Feuchtwiesen und Trockenrasenflächen, besser zu schützen.
Eine Lösung bietet sich mit dem Errichten von Totholzhecken an. Dadurch entsteht nicht nur eine Abgrenzung oder ein Sichtschutz, es entwickelt sich nach kurzer Zeit ein spannendes Eigenleben. Weiden schlagen aus, das Totholz verrottet und setzt Nährstoffe frei. Durch Wind und Tiere werden Pflanzensamen eingebracht, neues Leben entsteht. Die Hecke bietet Lebensraum für Tiere, die wir sonst in unserer aufgeräumten Landschaft suchen müssen. Dazu gehören Igel, Spitzmäuse, Zauneidechsen, Blindschleichen und Kröten. Vögel, z.B. Amseln, Rotkehlchen und der Zaunkönig finden Nistplätze. Nützliche Insekten, wie Wildbienen und Hummeln finden Unterschlupf und bauen ihre Nester.
Im Spätherbst ging es los. Bei zwei Arbeitseinsätzen haben sich insgesamt zwölf NABU-Freunde beteiligt. Nun ist man gespannt auf die Entwicklung der noch etwas verloren in der Landschaft stehenden Gebilde aus natürlichen Materialien, wie dem reichlich herumliegenden Holz aus Windbruch und den beim Schnitt der Kopfweiden angefallenen Trieben. Demnächst wird eine Beschilderung über die Funktion der nach den Landschaftsgärtnern und Naturschützern Hermann und Heinrich Benjes benannten Hecken, Auskunft geben.

Schauen Sie mal vorbei und helfen Sie mit, das einzigartige Biotop „Erpetal“ zu erhalten.
Rosemarie Zonka
und Klaus Manthe

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