Für das Ehrenamt geehrt

Zum zwölften Mal lud Hoppegarten diejenigen ein, ohne die im gesellschaftlichen Leben nicht nur dieser Gemeinde wohl nichts laufen würde – die Ehrenamtlichen Helfer. Anlass war der Tag des Ehrenamtes und mit einem Luther-Zitat in Jahr des Reformators begrüßte Bürgermeister Karsten Knobbe die Gäste: „Wer Gutes tun will, muss es verschwenderisch tun“.

Gleich zu Beginn wurde es voll auf der Bühne, etwa 40 Wahlhelfer wurden nach vorn gerufen, um den Dank der Gemeinde und die Eherennadel des Bundesinnenministers in Empfang zu nehmen. Es folgten Dank und Ehrenurkunden an Hoppegartener, die sich unentgeltlich um das Wohl ihrer Mitmenschen kümmern. So eine ist Jutta Sachtleber, eine in Hanau geborene Wahl-Hoppegartenerin, die aber selbst alteingesessene Gemeindebewohner mit ihren Geschichten über den Ort zum Staunen bringt. „2008 sind wir von Berlin hierher gezogen und kurz danach habe ich in der MOZ war vom Verein Grünes Tor gelesen, der sich um die Geschichte des Ortes kümmert. Seitdem bin ich dabei“, erklärte sie. Mehrere Schriften hat sie seitdem als Autorin oder Mitautorin verfasst, macht Führungen durch den Ortskern Dahlwitz und verbringt Stunden im Gemeindearchiv, um immer wieder neue Fakten zu sammeln. „Erstaunlich ist die Entwicklung hier vom Ackerdorf zu Rennbahngemeinde. Irgendwann merkten die Bauern, dass sie mehr Geld mit Pferdeställen auf ihren Höfen verdienen können als ihre Äcker zu bestellen und so kam alles, wie es kommen sollte“, sagte sich lachend. Geplant sind für Februar ein Dia-Vortrag, im Jahresverlauf Führungen und sicher wird wieder ein geschichtliches Hoppegartener Highlight das Licht der Welt wiederentdecken. Für ihre Arbeit bekam sie das Ross des Ortsbeirates Dahlwitz-Hoppegarten. Das bekam auch Kai Hildebrandt, ebenfalls vom Verein Grünes Tor, für seine Mitarbeit an verschiedenen Publikationen über Hoppegarten. Wie zuletzt auch beim Buch aus der Reihe „Einst und jetzt“ über die Rennbahn.

„Schon im August kommen die Kinder zu mir und fragen: Uli, wann geht es wieder los?“, verriet schmunzelnd Ulrike Kämpf, Chefin der Hönower Krippenspielgruppe der Jungen Gemeinde. Von Oktober an wird dann jeden Sonnabend geprobt, um mit ihren Spiel Heiligabend des Gästen in der proppenvollen Hönower Dorfkirche ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. „Sie sind dabei so engagiert bei der Sache, sie haben einfach diese Auszeichnung einfach verdient“, fügte Ulrike Kämpf gerührt hinzu, bei der seit nun schon fast zehn Jahren im Hintergrund alle Fäden zusammenlaufen. Alle kleinen Darsteller wurden auf die Bühne gerufen und bekamen die Schildkröte des Ortsbeirates Hönow.

Die Schildkröte als Auszeichnung hatte der ehemalige Hönower Ortsvorsteher 2009 Rainer Voggenreiter ins Leben gerufen. Das er diese nun acht Jahre später selbst in Empfang nehmen durfte, das rührte ihn sichtlich. Der Hönower Christian Arndt ließ es sich nicht nehmen, selbst die Laudatio für Rainer Voggenreiter zu halten. Eine Herzensangelegenheit nannte er dies und sparte nicht mit lobenden Worten. Er war stets da, wenn große Probleme zu lösen waren, genauso verlor er die kleinen Dinge des Alltags nicht aus dem Blick. Rainer Voggenreiter war einer, der sich immer ansprechbar für die Belange des Ortsteils einsetzte und ihn ein ganzes Stück mitentwickelt hat.

Weit über die Hönower Ortsgrenze ist Hans-Georg Richter bekannt. Nicht nur den Hönower Senioren bringt er seit 17 Jahren die Arbeit mit Computern näher, auch die Nachbargemeinden haben bereits seine Mitarbeit angefordert.

„Oma“ wird Arne Abel liebevoll von allen Kindern der Kita Birkenstein gerufen. Sie kümmert sich um die Beete, bringt den Kids die Natur näher und hat auch so immer einen Rat für die kleinen Alltagsprobleme parat.

Vier Jahre lang leitete Volker Adloff die Geschicke des Seniorenbeirates und muss nun aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz abtreten. Vieles hat er dabei auf den Weg gebracht, dass das Leben der Senioren in der Gemeinde leichter macht.

Es würde eine riesengroße Lücke in der Kinder- und Jugendarbeit entstehen, wenn es die Fördervereine der Schulen und Kitas in der Gemeinde nicht geben würde. So unterstützt der Förderverein der Hönower Kita Rappel-Zappel nicht nur maßgeblich ideell und materiell, sondern engagiert sich auch im Ortsteil mit Veranstaltungen und identitätsstiftenden Aktionen.
Ursula Sommer und Hildegard Bigalke von der Hönower Ortsgruppe der Volkssolidarität sind schon lange Jahre immer für ihre Mitglieder da. Gerade auch für die, denen es phasenweise nicht so gut geht. Für ihre Engagement erhielten beide die Ehrenurkunde der Gemeinde.

„Mit Euch ist das Leben in Hoppegarten bunter und vielfältiger“, sagte Bürgermeister Karsten Knobbe bei seiner Laudatio für die Münchehoferinnen Nicole und Yvonne Grubitz. Ehrenamtlich engagieren sich beide für verschiedenen Feste im Reitrevier wie dem nun schon traditionellen Kindertagfest dort.

Ursula und Friedemann Höcker ist es zu verdanken, dass Hoppegarten ein in der Region einmaliges kulturelles Ereignis vorzuweisen hat. Beide holten durch eine enge Freundschaft mit dem Leiter Arkadi Feldman das Kaliningrader Sinfonieorchester in die Gemeinde, deren Auftritte stets von vielen Musikliebhabern genossen werden.

„Ihnen wünscht man wenig Arbeit“, sagte Karsten Knobbe in Anspielung auf sein Lutherisches Eingangszitat zu Michael Trumbold und Sabine Röding. Die beiden Schiedsleute haben etwa zehn Fälle im Jahr ehrenamtlich zu behandeln und davon können sie durchschnittlich die Hälfte beilegen.

Im Unternehmerverein war er stets Ansprechpartner für die Gemeinde und in seiner Funktion als Marktleiter des Hellweg Baumarktes setzte er sich auch für die Hoppegartener Jugend ein und engagierte sich beim Berufsinformationstag. Dafür erhielt er die Ehrenurkunde.

Dem Münchehofer Manfred Kalleske ist es mit zu verdanken, dass seit 50 Jahren bei Gefahr im Verzug die Freiwillige Feuerwehr zur Stelle ist. So lange ist er in verschiedenen Funktionen mit dabei. Dafür gab es die Medaille für Treue Dienste in Gold vom Innenminister Karl-Heinz Schröter.

Durch den Reitsport hat Carsten Börner nicht nur Münchehofe weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt gemacht. Hoppegarten ist nun auch bei Pferdefreunden über den Rennsport hinaus als Austragungsort eines der bedeutendsten Reit- und Springturniere im Land ein besonderer Name.

Ein besonderer Name in Waldesruh ist Christel Pohlandt. Sie hält als Leiterin der Ortsgruppe der AWO den Alltag der Senioren mit vielseitigen Veranstaltungen interessant und hat stets ein Ohr für ihre Nöte.

„Wissen Sie, wir machen das doch gern, nicht für Ruhm oder Ehre, aber so ein Echo, dass die Arbeit gut ankommt, das macht dann doch froh“, zog Angelika Wiese, geehrt für ihr großes Engagement als Leiterin der Volkssolidarität Hönow, wohl das Fazit für alle Ausgezeichneten des Abends.