Konzert des Kaliningrader Sinfonieorchesters

Hoppegartener und Gäste von jung bis lebenserfahren, mal in Abendgarderobe, mal im lässigen Freizeitlook hatten doch eines gemeinsam: die Liebe zur klassischen Musik.

So viele Besucher wie noch nie strömten am 20. September zum Konzert des Kaliningrader Sinfonieorchesters in den Hoppegartener Gemeindesaal. Die Plätze im Saal waren restlos belegt, da nahmen die Besucher auch schon mal im Foyer und auf dem Vorplatz Platz. Auf der Rücktour einer Konzertreise durch Süddeutschland machten die Kaliningrader nun schon zum fünften Mal in der Gemeinde halt. Mit dabei hatten sie wieder ein besonderes Programm, welches in der Zusammenstellung so noch nirgends zu hören war.

Gekommen waren auch etwa 50 Jugendliche aus Spandau von der Waldorfschule Havelhöhe. „Wir haben gerade im Rahmen eines Begegnungsprojektes Besuch aus Kaliningrad hier. Im Mai waren wir dort und haben auch das Orchester kennengelernt“, erklärte Lehrerin Regina Schoch. Im Foyer gaben sie vor Konzertbeginn eine sehr gelungene Kostprobe ihres musikalischen Könnens als vielstimmiger Chor ab.

Zum Auftakt des eigentlichen Konzerts erklang die erste Sinfonie des eher weniger bekannten russischen Komponisten Wassili Sergejewitsch Kalinnikow. Angenehm war die Moderation durch Bürgermeister Karsten Knobbe, der jeweils zu den einzelnen Musikstücken und deren Komponisten einiges Interessantes zu berichten hatte. Es schlossen sich der dritte und vierte Satz von Peter Tschaikowskis 4. Sinfonie sowie die Stücke Krakowiak und der Walzer aus Michail Glinkas Oper Iwan Sussanin an. Mit einem Gruß an Sebastian Kruse und seiner baldigen Ehefrau Jekaterina, Enkel der beiden Konzertinitiatoren Ursula und Friedemann Höcker, stimmte Dirigent und Orchesterleiter Arkadij Feldman den Hochzeitsmarsch von Felix Mendelssohn Bartholdy an.

Im zweiten Teil des Konzertes, der traditionell etwas beschwingter ausgelegt ist, sang Helena Goldt russische und polnische Lieder sowie Kompositionen Werner Richard Heymann, u. a. „Ein Freund, ein guter Freund“. In der Zugabe behauptete die Sängerin gar: „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bißchen Glück“.

Das fanden die Besucher nach dem Konzert auch, mit Blickrichtung auf das gerade erst Erlebte. So kamen auch 2100 Euro an Spenden zusammen. Die Hälfte davon ging wie in den Vorjahren an die Wohnstätte für geistig behinderte Kinder und Jugendliche in Dahlwitz-Hoppegarten und der Rest an die Musiker.

„Einmalig, es war einfach wunderschön“, schwärmte die sichtlich glückliche Helga Busch aus Dahlwitz-Hoppegarten noch kurz vor dem Heimweg. „So einfach ist das mit der Musik, was die Politik nicht schafft. Deutsche und Russen freundschaftlich verbunden“, sagte der Hönower Volker Adloff, nachdem er einige Male wohl noch in der Musik versunken „wunderbar“ von sich gab.

Noch bevor sich die Kaliningrader verabschiedeten, verkündeten sie noch in diesem Jahr ein weiteres Konzert. Das soll am 30. Dezember stattfinden und es könnten laut Karsten Knobbe „Werke von Johann Strauß“ zur Aufführung kommen. Ort und Termin werden noch bekanntgegeben.

 

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