Wie geht es weiter im Haus der Generationen?

Claudia Kirschenbaum ist Leiterin des Hauses der Generationen

Seit dem 1. April wird das Haus der Generationen (HdG) in der Lindenallee 12, gleich neben dem Rathaus, von der Stiftung SPI, Sozialpädagogisches Institut Berlin „Walter May“, betrieben. Mehr als ein Jahr diskutierten politische Gremien, was aus dem Gebäude werden soll. Ein Umzug der Bibliothek dahin war bereits beschlossenen Sache, eine Betreibung durch die Gemeinde ein Zankapfel und private Investoren winkten ungefragt ab.
Da kam das Förderprogramm Mehrgenerationenhaus vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gerade recht. 30 000 Euro jährlich beträgt der bewilligte Zuschuss bis 2020, gut 400 000 Euro steuert in diesem Zeitraum die Gemeinde selbst bei. 40 Öffnungsstunden wöchentlich hat der neue Betreiber zu garantieren, dabei auch die bisherige Nutzung durch Vereine zu beachten. Ansonsten soll das Haus in verschiedener Weise seinem Namen auch gerecht werden. So will es das Bundesprogramm, so will es auch die Gemeinde.
Die Ansichten darüber, ob das HdG einen jahrelangen Dornröschenschlaf hinter sich hat, gehen in der Gemeinde recht weit auseinander. Doch Fakt ist, dass sich alle vom neuen Betreiber recht viel versprechen. Die alteingesessen Vereine wollen das Haus so wie bisher für eigene Veranstaltungen nutzen, viele Hoppegartener erwarten ein erweitertes Kulturangebot und wiederum andere sind für jede positive Überraschung dankbar. Ein nicht einfaches Unterfangen, was Claudia Kirschenbaum als Leiterin des HdG vom neuen Betreiber Stiftung SPI nun vor sich hat.

Claudia Kirschenbaum ist gebürtige Eberswalderin, aufgewachsen in Strausberg und der Liebe und Studium wegen nach Berlin gezogen. Dort lebt die 34-Jährige zusammen mit ihrem Verlobten und dreijährigen Sohn. Derzeit beendet sie ihren Master in einem kulturellen Studiengang.

Guten Tag, Frau Kirschenbaum, sind sie in Hoppegarten gut angekommen?
Sehr gut sogar. Es gab sehr viele Gespräche mit der Verwaltung, den Vereinen und Einrichtungen. Weitestgehend decken sich unsere Vorstellungen und es sind auch gemeinsame Entwicklungen denkbar. Ich denke, wir sind auf einem sehr guten Weg.

Was können die Hoppegartener und Gäste demnächst vom HdG erwarten?
Also zuerst wurden alle Verträge mit den bisherigen Nutzern wie der AWO, anderen Vereinen und Einrichtungen und auch mit dem Familienzentrum des Kreises verlängert. Da gab es Befürchtungen, die wir nun ausgeräumt haben. Darüber hinaus wollen wir, ich und zwei weitere Mitarbeiter, dem Haus ein künstlerisches und kulturelles Leben einhauchen.

Was wären denn vorstellbare kulturelle Angebote?
Sehr gern würden wir zusammen mit Künstlern der Region zusammen Angebote gestalten. So sind musikalische Veranstaltungen in kleinem Rahmen denkbar, wie auch Ausstellungen oder Workshops. Wir sind da für alle Ideen offen. Wichtig wäre da auch ein Netzwerk aller Interessenten. Wer mag, Lust und Zeit hat, darf sich gern bei uns melden. Wir würden uns sehr freuen.

Sind auch andere Veranstaltungen in Planung?
Ja, natürlich. Derzeit arbeiten wir daran, auch eine Vortragsreihe im Haus der Generationen zu initiieren. Vorstellbar wären Reiseberichte oder auch Themenabende. Gespräche dazu führe ich derzeit mit der Urania. Aber auch jeder andere ist herzlich dazu eingeladen, sich beim generationenübergreifenden Programm mit einzubringen.

Wie sieht es mit einem Programm für Kinder aus?
Für Kinder und deren Angehörige existiert bereits im Haus das Familienzentrum des Kreises in Trägerschaft des Internationalen Bundes. Aber auch spezielle Veranstaltungen mit verschiedenen Hoppegartener Einrichtungen sind angedacht.

Ist das Gebäude überhaupt für solch eine Nutzung geeignet?
Vom ersten Augenblick an war ich vom Haus der Genrationen fasziniert. Das ist ein Haus mit sehr viel historischem Charme, den wir auch innen wieder sichtbar machen wollen. So wird es umfangreiche Malerarbeiten geben und mit großen und kleinen Accessoires bekommt das Haus seine Identität zurück. Das Familienzentrum ist in die neu gestalteten Kellerräume gezogen, so dass wir die beiden Etagen voll nutzen können.

Was kann der Hoppegartener derzeit im HdG erwarten?
Zusätzlichen zum normalen Ablauf bieten wir zukünftig, ab etwa August, an mehreren Tagen in der Woche ein Begegnungscafé an. Bei Kaffee und Kuchen kann ganz ungezwungen miteinander gesprochen werden. Die Öffnungszeiten sollen dafür noch ausgebaut werden. Bei Veranstaltungen, wie bereits mit der Kinderbetreuung beim Neubürgerempfang, bieten wir unsere Hilfe an und wollen mit den Leuten ins Gespräch kommen. Gern laden wir auch alle Hoppegartener und Gäste zu unserem Fest am 1. September ein, um uns kennenzulernen und sich vielleicht selbst mit Ideen oder Taten einzubringen.

Weitere Informationen unter Telefon 03342 212556 oder Email mgh-hoppegarten@stiftung-spi.de

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