Die vier Damen von der Bibliothek

Regina Steinert, Katja Porschel, Elvira Ullmann und Sandra Butte (v. l.) Regina Steinert, Katja Porschel, Elvira Ullmann und Sandra Butte (v. l.)

Sie sorgen nicht nur stetig für interessanten Nachschub beim Lesestoff, sondern vermitteln  Kinder den Erstkontakt zu Bücher, organisieren verschiedene Veranstaltungen und haben auch im künstlerisch-kulturellem Gebiet einiges auf dem Kasten: Die vier Damen von der Gemeindebibliothek.

Sandra Butte: seit drei Jahren Leiterin der Bibliothek. Sie mag die persönliche und angenehme Atmosphäre, sowohl mit den Lesern als auch im Team.
Regina Steinert: „Dienstälteste“ Mitarbeiterin seit Mai 2010. Kümmert sich mit Engagement um die Ausleihe und die Medien.
Katja Porschel: Bibliothekarin, seit Juni 2010 dabei. Gute Seele der Bibliothek Hönow, Auf- und Ausbau der fachlichen Betreuung.
Elvira Ullmann: Bibliothekarin, seit April 2016 als Vertretung für Katja Porschel. Betreut die Bibliothek Hönow, engagiert und fachlich kompetent.

Für die Pro Hoppegarten sprach Sandra Butte über den Stand der Dinge und Zukunftsaussichten der Bibliothek.

Frau Butte, wie viele Leser hat die Bibliothek derzeit?
Etwa 1000 Leser, wobei die Verteilung zwischen den Standorten ungefähr hälftig ist.

Gibt es da eine Tendenz?
In Hönow leicht zunehmend, in Dahlwitz-Hoppegarten etwa gleichbleibend – in der Summe leichte Zunahme.

Welche Altersstruktur haben die Leser?
43 Prozent der Leser sind Kinder bis zwölf Jahren. Es folgt als zweite Altersgruppe Menschen ab 60 Jahren (23 Prozent). Die restlichen 34 Prozent unserer Leser verteilen sich auf die große Altersgruppe der Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Menschen der Lebensmitte  im Alter von 13 bis 59. Insgesamt lesen bei uns doppelt so viele Frauen wie Männer.

Gab es da auch aufgrund des demografischen Wechsels Verschiebungen?
Die Altersstruktur ist in den letzten Jahren relativ konstant geblieben, was verschiedene Ursachen hat. Allerdings gibt es durchaus eine leichte Zunahme bei unseren älteren Lesern.

Wie kann man auf die Altersstruktur Einfluss nehmen und tun Sie das?
Wir haben Kinder mit ihren Familien und Menschen ab 60 Jahren als unsere beiden zentralen Zielgruppen definiert, etwa zwei Drittel unserer Leserschaft, und bauen unser Angebot dementsprechend auf und aus. Wir engagieren uns aktiv in der frühkindlichen Leseförderung, z.B. durch die Zusammenarbeit mit den Kindereinrichtungen der Gemeinde. Als Angebot für Grundschüler wird es in diesem Sommer wieder einen Sommerleseclub geben, um Kinder auch in den Ferien zum Lesen zu animieren. Wir entwickeln unsere Veranstaltungsangebote für Familien weiter und möchten dort eine gewisse Verstetigung erzielen, Stichwort: Märchenwinter. Für die älteren Leser aktualisieren wir laufend unseren Bestand an schöner Literatur und Ratgebern zu Gesundheits- und Freizeitthemen (Garten, Reisen, Handarbeit, Kochen etc.). Außerdem bieten wir Bücher in Großdruck und eine große Auswahl an Hörbüchern an, die ständig erweitert wird. Um Menschen der beruflichen Mitte auch weiterhin für uns zu gewinnen, haben wir u.a. die Onleihe eingeführt und öffnen am ersten Sonnabend im Monat die Bibliothek in Hönow. Aktuelle Termine stehen auf unserer Webseite.

Wie hat sich die Onleihe, die Möglichkeit, sich über das Internet digitale Medien auszuleihen, bisher entwickelt?
Die Onleihe wird gut angenommen und genutzt. Wir können steigende Nutzerzahlen verzeichnen, was sich auch in entsprechend begründeten Neuanmeldungen zeigt. Insbesondere in den Sommermonaten konnte ein deutliches Ansteigen der Ausleihen festgestellt werden.

Wird dieses neue Angebot auch von älteren Lesern angenommen?
Eindeutig ja! Viele haben uns bereits bei der Einführung ihre Begeisterung gezeigt und diese hält auch immer noch an. Komfortabel ist: Am Bildschirm lässt sich die Textgröße an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Und die Leihfrist endet automatisch, so können keine Gebühren entstehen.

Wie stellen Sie sich das Angebot der Hoppegartener Bibliothek der Zukunft vor? Eine große Bibliothek, weiterhin zwei kleine Filialen und welches inhaltliche Konzept verfolgen sie da?
Hoppegarten ist eine geographisch sehr gestreckte Gemeinde, mit unterschiedlichen Ortsteilen und Traditionen. Dem werden wir weiter Rechnung tragen und zwei Standorte der Bibliothek anbieten. Mit dem geplanten Neubau des Ortsteilzentrum mit Bibliothek in Hönow stehen wir vor einer großen Herausforderung, der ich gespannt entgegen sehe. In Hönow wird unsere Hauptbibliothek entstehen, wo wir die Bibliothek als Ort der Begegnung und des Lernens, Stichwort Schule, weiterentwickeln wollen. Aufgrund der räumlichen Größe der bisherigen Standorte kann dieses Konzept bisher nur sehr begrenzt umgesetzt werden. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem man sich trifft und gern aufhält, vielleicht eine Art Lesecafé, wo Arbeitsplätze zum Lernen einladen und in angenehmer, freundlicher Atmosphäre verschiedene Generationen sich begegnen. Die Bibliothek in Dahlwitz-Hoppegarten wird sich als Teil dieses Konzepts einfügen und nach ihren Möglichkeiten tatkräftig daran mitwirken.

Welche Veranstaltungen stehen in diesem Jahr noch an?
In Kooperation mit mach art bieten wir in diesem Jahr wieder sechs Abendveranstaltungen an, vier Lesungen und zwei Filme. Alle Veranstaltungen finden jeweils an einem Freitag im Gemeindesaal, Beginn 20 Uhr, statt.

Sie hätten als Leiterin der Hoppegartener Bibliothek einen Wunsch frei. Der wäre?
Eine dauerhafte, starke und fördernde Unterstützung in der Gemeinde für die kulturelle Bildung aller Hoppegartener und Hoppegartenerinnen in der Bibliothek.

 

Geplante Veranstaltungen in diesem Jahr:

24. März: Film „Ich will da sein – Jenny Gröllmann“ mit der Regisseurin Petra Weisenburger
21. April: Lesung mit Jörn Klare „Nach Hause gehen – eine Heimatsuche“
23. Juni: Veranstaltung zum Lutherjahr: Podiumsdiskussion mit dem Autor Klaus-Rüdiger Mai „Gehört Luther zu Deutschland?“, als Gast u.a. Hans-Georg von der Marwitz
29. September: Lesung mit Volker Weidermann „Ostende – 1936, Sommer der Freundschaft“
13. Oktober: Filmabend „Meine Mutter, ein Krieg und ich“ mit der Regisseurin Tamara Trampe
24. November: Lyrikabend mit Ingolf Brökel

In den Sommerferien wird es wieder einen Sommerleseclub (Junior Lesesommer) für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren geben. Die Abschlussparty findet am Mittwoch, 13. September am und im Gemeindesaal statt. Vielleicht wird daraus auch ein kleines Bibliotheksfest.
Ab November wird es einen neuen Märchenwinter geben. Genaue Termine und weitere Details folgen im Laufe des Jahres.