Hönower Keramikwerkstatt bietet Raum für Kreativität und Entspannung

Was haben Riesenkatze, Seifenschale, eine Einzelrosenvase und ganz viele Ostereierbecher gemeinsam? Sie alle stammen aus der Keramikwerkstatt der Jugendwerkstatt Hönow. „Seit 2010 etwa sind wir hier im Dorf Hönow und seitdem haben sicher hunderte große und kleine Keramikbastler in der Werkstatt Hand angelegt“, berichtet Helmut Kunze, seit Anfang an der künstlerische und kunsthandwerkliche Part der Jugendwerkstatt. 

In der Keramikwerkstatt stehen mehrere Arbeitstische bereit. Verschiedene Werkzeuge warten auf den Einsatz, eigentlich ist alles vorhanden, was selbst der ambitionierte Keramiker so braucht. Gefertigt wird in Aufbaukeramik, eine Töpferscheibe gibt es nicht. „Das wäre zu aufwendig, aber mit unseren verschiedenen Formen bekommt man auch in der Richtung auch ganz ordentlich Ergebnisse hin“, erklärte Helmut Kunze. Jede Menge Ton liegt im Lagerregal, drei verschiedene Arten sind ständig vorrätig. Glasuren in vielen verschiedenen Farbtönen warten nur darauf, den Keramiken den passenden farblichen Rahmen zu geben. Und ein großer Brennofen schluckt am Ende die Rohlinge und spuckt je nach gewünschter Brennmethode und -zeit fertige Kunstwerke aus.

Doch beinahe wäre Schluss mit Keramik in Hönow gewesen. Aus gesundheilichen Gründen muss Helmut Kunze kürzer treten. Lange fand sich kein Nachfolger, der dieses Ehrenamt übernehmen wollte. Doch nun herrscht großes Aufatmen in der Jugendwerkstatt, Roswitha Kramm und Karsten Sauer geben zukünftig den Ton und die Glasuren aus sowie jede Menge Hilfestellung. „Ich habe schon als junges Mädchen damit angefangen, später in der Volkshochschule weitergemacht und nun  bin ich hier dabei“, sagte die Birkensteinerin Roswitha Kramm.

Drei Mal in der Woche ist die Keramikwerkstatt offen für jedermann. „Wir bieten keinen festen Kurs an, jeder kann zu den Öffnungszeiten kommen wann er möchte“, erklärte Anja Pleinert von der Jugendwerkstatt. An den anderen Tagen und vormittags bieten die Hönower bei Bedarf ein Komplettprogramm zum Beispiel für Schulklassen auf Wandertag oder auch für Firmenausflüge an.  „Ein Teil ist dann in der Werkstatt, der andere Teil kocht in der Küche oder grillt und danach geht es gemeinsam zum Relaxen in den Garten“, sagte Anja Pleinert. Kapazitäten sind genügend frei, eine rechtzeitige Anmeldung reicht. Bei Bedarf steht auch das Team der pädagogisch geschulten Sozialarbeiter zur Seite.

„Das wird eine Seifenschale“, erklärte die zwölfjährige Deborah aus Hönow, was da unter ihren geschickten Händen gerade entstand. Mit gemischten Gefühlen ist sie in die Keramikwerkstatt gekommen, aber nun war sie Feuer und Flamme und mit sichtbaren Eifer bei der Sache. „Vermutlich wird es ein Geschenk werden“, erklärte sie, während nebenan ihre Mutter Janin Katsch  eine Seifenschale für das häusliche Badezimmer fertigte. Eine Müsli-Schale verzierte gerade mit viel Fingerspitzengefühl die dreizehnjährige Patricia, ein kleiner Familienausflug am Freitagabend mit Entspannungsgarantie.

„Genauso ist es ja auch gedacht. Wir hören immer wieder, dass viele dies als willkommenen Ausgleich zur Arbeit sehen und so wirklich abschalten können“, berichtete Anja Pleinert. Und unter der fachkundigen Anleitung entstehen tatsächlich kleine Kunstwerke oder einzigartige Gebrauchsgegenstände für kleines Geld, dass so keiner vorweisen kann.

Einige Sorgenfalten hatte Anja Pleinert jedoch: „Es könnten noch mehr mitmachen. Platz und Material ist genügend vorhanden und der große Brennofen sollte noch mehr ausgelastet sein“. 

 

Termine: dienstags von 10 bis 12 Uhr (vorwiegend für Senioren), mittwochs 17 bis 19 Uhr und freitags von 16 bis 18 Uhr (vorwiegend für Kinder und Familien) sowie von 18 bis 20 Uhr, Kostenbeitrag für Werkzeug und Material beträgt 8 Euro  

Jugendwerktstatt Hönow, Dorfstraße 26a, Telefon 03342 302497, Email: keramikwerkstatt@jugendwerkstatt-hoenow.de