Bemerkenswerte Kunst

„Einfach nur faszinierend“, staunte Ramona Braun am Donnerstagabend in der Hönower Galerie Am Grünzug von Ute Hein. Gerade eben war dort die neue Ausstellung eröffnet worden, in der Bilder der beiden befreundeten Künstler David Mackereth und Klaus Böllhoff zu sehen sind.

Kennen gelernt haben sich beide vor zehn Jahren auf Rügen. David Mackereth, Doktor der Kunstgeschichte und Künstler aus Großbritannien, besuchte das Atelier von Klaus Böllhoff. Diese Freundschaft ist stetig gewachsen. Künstlerisch ist sie für beide Ansporn, gleichzeitig aber auch Inspiration, um neue Dinge auszuprobieren. „Ich mag besonders an Klaus, dass er so zielstrebig ist. Das hab ich mir nun auch angenommen“, sagte der Brite David Mackereth über seinen Kollegen. „Ich finde seine Einfälle einfach toll. Wir malen zwar nicht gemeinsam, aber wir befruchten uns künstlerisch gegenseitig“, entgegnete der Berliner.

In der Ausstellung hat jeder der beiden so seinen Bereich. Farbenfroh, mit geometrisch anmutenden Objekten zieren einige Werke von Klaus Böllhoff die Wände. Sprachlos stand Regina Ruhland davor und studierte die Bilder genau. „Seltsam, eigentlich mag ich so abstrakte Kunst gar nicht, aber das fesselt mich irgendwie“, sagte sie. „Navigation im Unbekannten“, hat der Berliner Künstler ein Werk genannt, das auch Hoppegartener Maler Respekt abverlangt. „Da steckt eine riesige Arbeit und viel künstlerisches Können dahinter“, urteilen Elke Ditschuneit und Ingrid Achsel. Tatsächlich hatte Böllhoff wochenlang an dem Werk gearbeitet, „bis ich mit einem großen grauen Pinsel alles überstrichen habe“. Wie ein Nebel legt sich nun das Grau über den Hintergrund, der in farblicher Abstufung den in „ein paar Stunden geschaffenen“ Bildmittelpunkt spiegelt.

Im Raum nebenan hängen Bilder von David Mackereth. „Atemberaubend diese Tiefe“, äußerte sich Undine Witte zum großformatigen Werk „Heaven Nest“. Eine nestartige Struktur, bei der jeder der gefühlt tausend dargestellten Halme genau seinem Platz hat, wird durch ein Loch unterbrochen, das blauen Himmel und eine weiße Wolke zeigt. Und das alles so realistisch, das die tatsächliche Realität der Galerie fast störend wirkt.

„Eine bemerkenswerte Ausstellung, ich bin überrascht von der Qualität der Arbeiten“, sagte Martin Stelzig, promovierter Kunstpädagoge aus Altlandsberg, nachdem er seinen Rundgang beendet hatte.

Bis Ende April werden die Werke der beiden in Hönow zu sehen sein. „Das muss man einfach gesehen haben“, urteilte Besucherin Sylvia Plaschek mit künstlerischem Sachverstand.

 

Kunst in Hönow
Am Grünzug 8 – 10
15366 Hönow

Öffnungszeiten: Di + Do 16 – 19 Uhr
und nach persönlicher Vereinbarung